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Museumsnacht 2025

-Scheffelhalle Singen-



III - Tides




Sacred Heart (Ubi Caritas III) - Ola Gjeilo

Ola Gjeilo (*1978) ist ein norwegisch-amerikanischer Komponist, der besonders für seine Chormusik bekannt ist. Er verbindet klassische Chortraditionen mit modernen Harmonien, Jazz-Elementen und filigranen Klangschichten. Sacred Heart ist ein spirituelles Werk von ruhiger, meditativer Schönheit. Die Stimmen fließen sanft ineinander, lange, warme Akkorde tragen die Melodie, während subtile Charakterwechsel ein Gefühl von innerer Bewegung und Tiefe erzeugen. Gjeilos Musik wirkt gleichzeitig modern und zeitlos: Die melodische Klarheit schafft Transparenz, während die komplexen Harmonien emotionale Tiefe verleihen. Das Stück lädt das Publikum ein, innezuhalten, den Klang bewusst wahrzunehmen und sich auf eine fast kontemplative Erfahrung einzulassen. Es vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit und Erhabenheit, das sich über den Raum legt, und zeigt, wie moderne Chormusik spirituelle Wirkung entfalten kann, ohne auf äußere Effekte angewiesen zu sein.



Cuatro Vientos - Danit Teubig

„Aliento“ (dt.: Atem) heißt das Album, aus dem das Lied Cuatro Vientos stammt. Danit Treubig, eine junge, recht unbekannte, spanischsprachige Künstlerin unserer Zeit, arbeitet in ihren Liedern oft mit Geräuschen, die Titel und Handlung stützen. Durch harmonische Einfachheit, viele Wiederholungen und klare musikalische Bausteine, wirkt ihre Musik fast hypnotisch. Gleichzeitig wird sie durch stetige Veränderung der Stimmen und des Gesamtklanges nie langweilig.
Cuatro Vientos erzählt von den „Vier Winden“ und ihren Gaben:

Der Wind, der aus den Bergen kommt, er bringt uns Klarheit.
Der Wind, der vom Meer kommt, er bringt uns Freiheit.
Der Wind, der aus der Wüste kommt, er bringt uns Stille.
Der Wind, der aus dem Urwald kommt, er bringt uns Erinnerung.



-Les Choristes-

Caresse sur l'océan - Bruno Coulais

Bruno Colais (*1954) ist ein französischer Musiker der seine Ausbildung auf dem Klavier und der Violine begann und nach seinem anfänglichen Wunsch zeitgenössische klassische Musik zu komponieren, sich letztlich zu einer Karriere als Filmkomponist entschied. Als solcher erlangte er große Bekanntheit und konnte mehrere Auszeichnungen, auch eine Oscar Nominierung errang er. Unter anderem schrieb er die Musik für „Marie Curie“ sowie für den Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“.
Aus letzterem stammt das Lied Caresse sur l’océan, sowie weitere Lieder Colais‘. Der berühmte Film erzählt die Geschichte eines Musiklehrers, der in einem Internat für Jungen aus schwierigen Verhältnissen einen Chor gründet. Mit dem Lied entführt der Film den Zuschauer in eine Welt voller Hoffnung und Veränderung trotz der düsteren trostlosen Atmosphäre des Internats. Es zeichnet den Komponisten aus, dass seine Musik auch gelöst vom Film in seiner Bedeutung nichts verliert. Das Stück symbolisiert den Übergang von der Kälte des Winters zum Erwachen des Frühlings und thematisiert die Sehnsucht nach Freiheit. Die sanfte, beruhigende Atmosphäre wird der emotionalen Kraft der filmischen Vorlage sowie dem Titel des Lieder gerecht: „Sanft weht ein Hauch überm Meer“.



The Seal Lullaby - Eric Whitacre

Eric Whitacre (*1970) ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten für Chor, dessen Werke sich durch üppige Harmonien, schwebende Klangflächen und emotionale Intensität auszeichnen. The Seal Lullaby basiert auf Rudyard Kiplings Geschichte „The White Seal“ und entstand ursprünglich als Musik für eine geplante Verfilmung, die nie realisiert wurde. Das Stück ist ein sanftes Wiegenlied, das mit fließenden Linien und schwebenden Akkorden eine ruhige, beruhigende Atmosphäre erzeugt. Whitacres besondere Technik der „Cluster“-Akkorde und des freien Einsatzes von Rhythmus lässt die Stimmen wie ein lebendiges, atmendes Geflecht klingen. Hörerinnen und Hörer werden eingeladen, sich von der Musik tragen zu lassen, in den Klang einzutauchen und die emotionale Wirkung der Harmonie unmittelbar zu erleben. Das Stück vermittelt Geborgenheit, Wärme und Zuneigung, ohne ins Kitschige zu kippen, und zeigt, wie Whitacre narrative Tiefe mit reiner Klangmagie verbindet:
„Ach, ruhig mein Baby, bald schon bricht der Morgen an.
Noch ist das Wasser schwarz, das am Tag so grün glitzerte.
Der Mond schaut, über schäumenden Wellen, suchend auf uns herab,
Wie wir in den rauschenden Wellentälern ruhen.

Wo Woge auf Woge trifft, mögest du dein sanftes Ruhekissen finden.
Ach, kleines Tierchen, rolle dich ein.
Der Sturm möge dich nicht wecken, kein Hai soll über dich herfallen.
Schlafe in den Armen der sacht wiegenden See.“




Besetzung


Sopran

Paulina Glöckler, Flavia Götz, Franziska Graf, Maike Kraus, Sara Ribeiro, Leonie Schüttler

Alt

Patricia Graf, Gabriele Haunz, Clara Paul, Viviane Spannbauer

Tenor

Seweryn Noga, Moritz Walter, Matthias Wodsak

Bass

Ruben Ade, Lucas Götz

Violine

Gabriele Haunz, Sara Ribeiro, Heike Leuenberger, Lisa Braun

Viola

Seweryn Noga, Clemens Nitschke

Violoncello

Elisabeth Wäschle, Lucas Götz

Klavier

Ruben Ade

Dirigat

Magnus Götz