Ola Gjeilo (*1978) ist ein norwegisch-amerikanischer Komponist, der besonders für seine Chormusik bekannt ist. Er verbindet klassische Chortraditionen mit modernen Harmonien, Jazz-Elementen und filigranen Klangschichten. Sacred Heart ist ein spirituelles Werk von ruhiger, meditativer Schönheit. Die Stimmen fließen sanft ineinander, lange, warme Akkorde tragen die Melodie, während subtile Charakterwechsel ein Gefühl von innerer Bewegung und Tiefe erzeugen. Gjeilos Musik wirkt gleichzeitig modern und zeitlos: Die melodische Klarheit schafft Transparenz, während die komplexen Harmonien emotionale Tiefe verleihen. Das Stück lädt das Publikum ein, innezuhalten, den Klang bewusst wahrzunehmen und sich auf eine fast kontemplative Erfahrung einzulassen. Es vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit und Erhabenheit, das sich über den Raum legt, und zeigt, wie moderne Chormusik spirituelle Wirkung entfalten kann, ohne auf äußere Effekte angewiesen zu sein.
„Aliento“ (dt.: Atem) heißt das Album, aus dem das Lied Cuatro Vientos
stammt. Danit Treubig, eine junge, recht unbekannte, spanischsprachige
Künstlerin unserer Zeit, arbeitet in ihren Liedern oft mit Geräuschen, die Titel
und Handlung stützen. Durch harmonische Einfachheit, viele Wiederholungen
und klare musikalische Bausteine, wirkt ihre Musik fast hypnotisch.
Gleichzeitig wird sie durch stetige Veränderung der Stimmen und des
Gesamtklanges nie langweilig.
Cuatro Vientos erzählt von den „Vier Winden“ und ihren Gaben:
Der Wind, der aus den Bergen kommt, er bringt uns Klarheit.
Der Wind, der vom Meer kommt, er bringt uns Freiheit.
Der Wind, der aus der Wüste kommt, er bringt uns Stille.
Der Wind, der aus dem Urwald kommt, er bringt uns Erinnerung.
Bruno Colais (*1954) ist ein französischer Musiker der seine Ausbildung auf
dem Klavier und der Violine begann und nach seinem anfänglichen Wunsch
zeitgenössische klassische Musik zu komponieren, sich letztlich zu einer
Karriere als Filmkomponist entschied. Als solcher erlangte er große
Bekanntheit und konnte mehrere Auszeichnungen, auch eine Oscar
Nominierung errang er. Unter anderem schrieb er die Musik für „Marie Curie“
sowie für den Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“.
Aus letzterem stammt das Lied Caresse sur l’océan, sowie weitere Lieder Colais‘.
Der berühmte Film erzählt die Geschichte eines Musiklehrers, der in einem
Internat für Jungen aus schwierigen Verhältnissen einen Chor gründet. Mit
dem Lied entführt der Film den Zuschauer in eine Welt voller Hoffnung und
Veränderung trotz der düsteren trostlosen Atmosphäre des Internats. Es
zeichnet den Komponisten aus, dass seine Musik auch gelöst vom Film in
seiner Bedeutung nichts verliert. Das Stück symbolisiert den Übergang von der
Kälte des Winters zum Erwachen des Frühlings und thematisiert die Sehnsucht
nach Freiheit. Die sanfte, beruhigende Atmosphäre wird der emotionalen
Kraft der filmischen Vorlage sowie dem Titel des Lieder gerecht: „Sanft weht
ein Hauch überm Meer“.
Eric Whitacre (*1970) ist einer der bekanntesten zeitgenössischen
Komponisten für Chor, dessen Werke sich durch üppige Harmonien,
schwebende Klangflächen und emotionale Intensität auszeichnen. The Seal
Lullaby basiert auf Rudyard Kiplings Geschichte „The White Seal“ und
entstand ursprünglich als Musik für eine geplante Verfilmung, die nie realisiert
wurde. Das Stück ist ein sanftes Wiegenlied, das mit fließenden Linien und
schwebenden Akkorden eine ruhige, beruhigende Atmosphäre erzeugt.
Whitacres besondere Technik der „Cluster“-Akkorde und des freien Einsatzes
von Rhythmus lässt die Stimmen wie ein lebendiges, atmendes Geflecht
klingen. Hörerinnen und Hörer werden eingeladen, sich von der Musik tragen
zu lassen, in den Klang einzutauchen und die emotionale Wirkung der Harmonie unmittelbar zu erleben. Das Stück vermittelt Geborgenheit, Wärme
und Zuneigung, ohne ins Kitschige zu kippen, und zeigt, wie Whitacre
narrative Tiefe mit reiner Klangmagie verbindet:
„Ach, ruhig mein Baby, bald schon bricht der Morgen an.
Noch ist das Wasser schwarz, das am Tag so grün glitzerte.
Der Mond schaut, über schäumenden Wellen, suchend auf uns herab,
Wie wir in den rauschenden Wellentälern ruhen.
Wo Woge auf Woge trifft, mögest du dein sanftes Ruhekissen finden.
Ach, kleines Tierchen, rolle dich ein.
Der Sturm möge dich nicht wecken, kein Hai soll über dich herfallen.
Schlafe in den Armen der sacht wiegenden See.“
Paulina Glöckler, Flavia Götz, Franziska Graf, Maike Kraus, Sara Ribeiro, Leonie Schüttler
Patricia Graf, Gabriele Haunz, Clara Paul, Viviane Spannbauer
Seweryn Noga, Moritz Walter, Matthias Wodsak
Ruben Ade, Lucas Götz
Gabriele Haunz, Sara Ribeiro, Heike Leuenberger, Lisa Braun
Seweryn Noga, Clemens Nitschke
Elisabeth Wäschle, Lucas Götz
Ruben Ade
Magnus Götz